Irgendwas zwischen Eichhörnchen und Schnecke

Irgendwas zwischen Eichhörnchen und Schnecke

 

Seit dem 21.6 befinden wir uns im Jahreskreis nach dem Gaia Prinzip- Natürlich wachsen in der Zeitqualität des Reifens. Nach der starken Wachstumsphase und Frühjahrsflow streben die Pflanzen und unsere Projekte, Arbeit, Themen die wir im Frühjahr ausgesät und kultiviert haben, nun nach der Sommersonnenwende - und im Idealfall auch wir- nicht mehr in die Höhe, sondern in die Weite. Erste Früchte und Samen sind reif, während das Licht schon wieder ganz langsam, aber sicher abnimmt und die Tage wieder kürzer werden.

 

Mich stimmt das immer ein kleines bisschen melancholisch, aber ich weiß, dass es nicht endlos in die Höhe gehen kann und das die Sonne/Sommerenergie alles verbrennen würde, was hier wächst (also auch mich), wenn es anders wäre. Die Energie der Sonne ist auch in uns jetzt besonders lebendig und es gilt, achtsam zu sein. Sie natürlich zu genießen und feiern in all den lauen bis heißen, schier endlosen Tagen und Nächten dieser Zeit, das Leben in seiner Fülle zu feiern. Dennoch auch zu schauen: was nährt mich jetzt wirklich? Ganz körperlich auch gesehen. Welche Netzwerke und Menschen tun mir gut? Ruhe ich mich genug aus? Was muss wirklich getan werden und was kann warten, vielleicht sogar bis zur nächsten Wachstumsperiode?

 

Kürzlich habe ich über meinen neuen Kraftplatz in der Natur berichtet, den ich nun regelmäßig aufsuche. Bei meinem letzten Besuch dort hatte ich wieder zwei Tierbegegnungen. Nach einer Zeit des Sitzens und Ankommens hörte ich über mir ein knacksen und rascheln, etwas bewegte sich durch die Blätter auf mich zu. Ich schaute hoch und sah nur wenige Meter ein Eichhörnchen kopfüber über mir, dass mich anschaute, schnüffelte und dann vorsichtig noch weiter nach unten zu mir kletterte, bis es nur noch 1,5 Meter entfernt war. Es hatte einen weißen Bauch und starrte mich an. Wie in der Begegnung mit dem Feldhasen vor einer Woche starrte ich zurück und fragte mich, ob es noch näherkommt? Kam es nicht. Auf einmal ging ein Ruck durch den kleinen Körper, als wäre ihm wieder eingefallen, dass es überhaupt keine Zeit für so einen albernen Quatsch hat und dringend noch Nahrung suchen, etwas Wichtiges tun muss. „Keine Zeit, keine Zeit, muss weiter machen“ hörte ich innerlich und musste lächeln. Das kenne ich. Ein bisschen wie Rabbit von Winnie Puuh. Sommerenergie. Ich schaute ihm nach und entdeckte dabei über mir im Baum ein Schneckengehäuse, gut versteckt. Es klebte an einem Blatt, wurde ziemlich vom Wind bewegt, hielt aber stand. Die Schnecke machte offenbar gerade eine Siesta. Auch das kenne ich gut. Sowohl das durchgeschüttelt werden wie auch mich flexibel und dennoch sicher mit bewegen lassen. Und das Bedürfnis nach einer Siesta. Wie interessant, dass sich mein Inneres, mein Leben und die Reifezeit auf diese Weise so widerspiegelt. Die Pole des TUNS und des SEINS. Vita Activa und Vita Contemplativa. Beides ist Leben. Letzteres nährt und verbindet mich mit dem für mich Wesentlichen. Aus diesen Zeiten schöpfe ich Kraft, Inspiration und vor allem Kreativität, um aktiv sein zu können.

 

Schnecken sind seit zwei Jahren immer wieder verstärkt in meinem Leben präsent (siehe auch mein Blogbeitrag „Die Botschaft der Schnecke“ dazu). Ich liebe natürliche Fraktale wie die Spirale im Schneckengehäuse. Für mich sind das wunderbare Kunstwerke der Natur und Ausdruck des Ewigen hier auf Erden. Von der Schnecke habe ich nichts empfangen. Sie hat ja auch tief und fest geschlafen und einen irren Traum von einer Menschenfrau gehabt, die versucht hat, ein Gespräch mit ihr zu beginnen. Was für ein verrückter, wunderbarer Sommer.

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