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Vollkommene Unvollkommenheit

Tja...
Tja...

Vollkommende Unvollkommenheit


Mein erstes temporĂ€res Tattoo ist ein Mahnmal meiner Ungeduld. đŸ„Ž


Es geht schon mit der Anleitung los. Ich hasse Anleitungen lesen. Ich bin bei sowas eher der Typ "intuitives verstehen", nicht lang rumtĂŒdeln. Zack und weg. So bin ich immer wieder ĂŒberrascht, was z.B. HaushaltsgerĂ€te theoretisch alles so können, wenn man nur ihr volles Potential ausschöpfen wĂŒrde. Mein Mann klĂ€rt mich regelmĂ€ĂŸig darĂŒber auf. Mit der Anleitung in der Hand. Bei uns Menschen ist das vermutlich Ă€hnlich, aber zum GlĂŒck gibt es keine Anleitungen fĂŒr uns.


Das war "Fehler" also Nummer eins. Denn in meiner Ungeduld und Ignoranz habe ich alles nur ĂŒberflogen und das Tattoo genau falsch herum aufgeklebt und eingeweicht. 🙄 Als ich es dann merkte und umdrehte, war es so schmierig, dass es nicht mehr richtig hielt. 


"Fehler" Nummer zwei: ich schau mal schnell drunter. Upps schnell wieder drauf, da klebt noch die HÀlfte am Papier und nicht am Arm Tja. Damit habe es links völlig verwackelt.


Nach 24 Stunden war das Ausmaß meiner Ungeduld dann vollstĂ€ndig sichtbar geworden und wird mich nun  ca. 2 Wochen dauernd daran erinnern, dass es manchmal doch gut ist, Anleitungen zu lesen, sich Zeit zu nehmen. 


Meine Oma hat frĂŒher oft zu mir gesagt: "nicht so wild, nicht so wild" wenn ich albern war und wie ein Flummi durchs Wohnzimmer sprang bis der Kronleuchter wackelte. Ich fand das lustig und wurde nur noch wilder. 


Die verwackelte Sonne auf meinem Unterarm ist ein wunderbares Symbol fĂŒr mein So-Sein in dieser Welt. Und vielleicht auch fĂŒr viele andere Dinge hier. Tausche Fehler gegen Erfahrung und schon wird ein Spiel draus. Ein wildes, lebendiges.


Vollkommende Unvollkommenheit. Wildes Sein.